Schutz des Kirchseeoner Südens e.V.
Umgehung B304 Kirchseeon
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"Ist es uns das Wert? (Südumgehung B304)"

Umgehung B304 Kirchseeon

 

Die Diskussion über eine Umfahrung von Kirchseeon währt schon lange, so lange, dass wohl schon unsere Großväter darüber diskutiert haben. (siehe dazu http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/ortsumfahrung-von-der-salzstrasse-bis-zum-laermproblem-1.1295126)

 

2003 wurde die Kirchseeoner Umfahrung im Bundesverkehrswegeplan aus dem „vordringlichen Bedarf“ in den so genannten „weiteren Bedarf“ abgestuft.

 

Erklärtes Ziel der Gemeinderäte ist es nun, wieder in den vordringlichen Bedarf zu kommen und damit der Realisierung ein Stück näher zu kommen. Der Verkehrswegeplan soll 2015 neu erstellt werden, „Abgabeschluss“ für die einzelnen Wünsche soll im September 2012 sein.

 

Das Straßenbauamt Rosenheim, das für den Bau und Unterhaltung der B304 zuständig ist, empfiehlt der Gemeinde sich auf eine Trasse festzulegen und diese für den Bundesverkehrswegeplan einzureichen.

 

2002 gab es drei Varianten, ein ortsnahe und eine ortsferne Nordtrasse und eine ortsnahe Südtrasse. Diese Varianten wurden in einer Umweltverträglichkeitsstudie, das vom damals zuständigen Straßenbauamt München in Auftrag gegeben, gegenübergestellt. Bis 2009 wurden weitere vier Varianten entwickelt und durch das Straßenbauamt Rosenheim vorgeprüft und grob kalkuliert, 2011 kamen noch zwei weitere Varianten hinzu, die auch vom Straßenbauamt Rosenheim geprüft wurden.

 

Die Varianten im Einzelnen: (Siehe dazu http://www.stbaro.bayern.de/strassenbau/projekte/b304_ou_kirchseeon.php)

 

Es gibt zwei Nordtrassen (Variante 1 und 6), die beide durch FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) verlaufen. Ein FFH-Gebiet unterliegt EU-Naturschutzrecht. Eine Straße darf dort nur gebaut werden, wenn keine andere Variante möglich ist. Die Genehmigung einer Trasse nicht nur in Berlin, sondern in diesem Fall zusätzlich in Brüssel scheint aussichtslos. Da auch für uns der Forst als sehr schützenswert gilt, ist für uns keine der Forsttrassen eine denkbare Lösung.

 

Die Varianten 3 und 4: „Durch den weiträumigen Verlauf der beiden Trassen wird die Verkehrswirksamkeit für den Ziel- / Quellverkehr voraussichtlich geringer sein, als bei V1 und V2. Im direkten Vergleich mit V4 ist Variante 3 die verträglichere und mit rd. 96 Mio. € bei ca. 6,5 km Länge im Gegensatz zu V4 mit rd. 136 Mio. € bei ca. 7,2 km Länge die kostengünstigere Alternative.“ (Zitat: Machbarkeitsstudie Straßenbauamt Rosenheim)

 

Die SPD hat im März 2012 eine weitere ortsnahe Südtrasse eingebracht. Diese Variante belastet zusätzlich das Herterfeld und das geplante Neubaugebiet in Eglharting. Sie zieht einen weitläufigen Bogen um Ilching, untertunnelt das IVECO-Gelände (größter Altlastenfall Bayerns!) und läuft dann am Moos entlang bis nach Pötting. Bei näherer Betrachtung löst diese „neue“ Idee keine Probleme, sie schafft zusätzlich neue Probleme.

 

Alle ortsnahen Südvarianten gehen durch das Eglhartinger Wasserschutzgebiet, sie versiegeln riesige Flächen und zerstören das südliche Naherholungsgebiet Kirchseeons. Alle ortsnahen Südvarianten beinhalten aufwändig, bergmännisch zu errichtende Tunnelbauwerke unterhalb von Wohngebäuden, wodurch alle ortsnahen Südtrassen bei geschätzten Kosten von etwa 100 Mio. € liegen.

 

Die Variante 5, die sog. „Weiträumige Südumfahrung“ ist die am kostengünstigsten geschätzte Variante. „Allerdings sind die Eingriffe in Wasserschutzgebiete und Waldgebiete nicht unerheblich. Vor allem der Ausgleich der Waldflächen, insbesondere des Bannwaldes, schlägt hier zu Buche. Durch den weiträumigen Verlauf wird die Verkehrswirksamkeit für den Ziel- / Quellverkehr voraussichtlich geringer sein, als bei V3 und V4.“ (Zitat: Machbarkeitsstudie Straßenbauamt Rosenheim)

 

Diese Variante verläuft sowohl durch das Wasserschutzgebiet Eglharting als auch durch das Wasserschutzgebiet Kirchseeon. Sie streift das Naturdenkmal „Lipplack“ und verläuft durch schützenswerte Biotope und Toteislöcher. Die Trasse führt auf den Taubenberg (höchster Punkt Kirchseeons) und von dort hinunter ins Kirchseeoner Moos entlang der Bahn. Der Flächenverbrauch von 45 Hektar, die Zerstörung unseres Naherholungsgebietes und dieses einzigartigen Naturraums ist für uns völlig inakzeptabel.

 

Der Aufwand, die Probleme und die nachhaltige Zerstörung unserer Heimat ist bei allen Varianten nördlich wie südlich unverhältnismäßig hoch im Vergleich zum erhofften Nutzen einer Umfahrung. Eine Variante bleibt: Der Weg mitten durch.

 

„Die Variante 2, der Tunnel unter der bestehenden“ B 304, hat durch den Tunnelbau im Ortsbereich Eingriffe und Umbaumaßnahmen zur Folge. Die Verkehrswirksamkeit auch für den Ziel- / Quellverkehr ist von allen Varianten durch die Nähe zur Bebauung und dem zusätzlichen Anschluss in Eglharting voraussichtlich am höchsten.“ (Zitat: Machbarkeitsstudie Straßenbauamt Rosenheim)

--> Tunnel unter der B304