Schutz des Kirchseeoner Südens e.V.
Raumordnung 1984
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"Ist es uns das Wert? (Südumgehung B304)"

 

Raumordnung 1984

1984 wurde schon mal die fast identische Variante der momentan diskutierten weiträumigen Südtrasse geprüft. (Unterschied: damals war eine Talbrücke über den Taubenberg geplant - heute ein Tunnel durch den Taubenberg)

Titel der Raumordnung: "Raumordnungsverfahren für den Neubau der Bundestraße 304 München-Wasserburg a. Inn, Abschnitt Vaterstetten - Ebersberg"

 

--> Download: Beschreibung der Trassenführung (PDF 1,7MB)

--> Download: Beurteilung der Raumordnung (PDF 4,2MB)

 

 

Zusammenfassend wird festgestellt, daß eine Neutrassierung der B 304 im Teilabschnitt Vaterstetten - Reitgesing auf einer der vorgelegten Wahllinien/Varianten in teilweise krassem Widerspruch zu zahlreichen betroffenen fachlichen Belangen stünde. Die Abwägung aller betroffenen Belange könnten deshalb allenfalls dann zu einer positiven landesplanerischen Beurteilung einer Trasse führen, wenn eine eindeutige Vorrangstellung verkehrlicher Belange bestünde und für das Vorhaben keine weiteren Alternativen erkennbar wären. Beide Voraussetzungen treffen für das Projekt "B 304 neu" im Teilabschnitt Vaterstetten - Reitgesing jedoch nicht zu, da sich sowohl durch sonstige Verkehrsplanungen als auch durch Alternativtrassen neue Beurteilungsgrundlagen ergeben könnten, die eine neuerliche Abwägung der berührten Belange erfordern würden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann eine Neutrassierung der B 304 zwischen Vaterstetten und Reitgesing auf einer der vorgelegten Wahllinien/Varianten nicht mit den Erfordernissen der Raumordnung in Einklang gebracht werden.

 

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der Begründungen von verschiedenen Stellen:

  • ...dagegen würden die Wahlinie Süd sowie die Varianten 1 und 2 die weitere Entwicklung der Wasserversorgung in diesem Raum behindern. Da die Gewinnung von ausreichendem und einwandfreiem Trinkwasser Vorrang habe, seien diese Trassen abzulehnen.
  • Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß im Teilabschnitt Vaterstetten - Reitgesing keine der zu beurteildenden Wahllinien und Varianten aus der Sicht der Verkehrserschließung sowie der Orts- und Regionalplanung eine den aufgezeigten Belangen gerecht werdende Lösungsmöglichkeit darstellt. Die Entlastung der Ortsdurchfahrten erscheint ingesamt nicht ausreichend.
  • Der Bund Naturschutz in Bayern lehnt die vorgeschlagene Trassenführung entschieden ab, da jede Neutrassierung mit einem nicht hinnehmbaren Landverbrauch und nicht ausgleichbaren Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden sei. Auch ließen sich mit keiner der Trassen eine nachhaltige und wirksame Entlastung der bestehenden Bundenstraße erreichen. Die Trassenführung im Bereiche Zorneding/Kirchseeon sei ebenso wie die Wahllinie Nord entschieden abzulehnen, da sie ein landschaftlich wertvolles Gebiet mit reizvollen und abwechslungsreichen Hügeln, Wäldern, Weihern und Weilern druchschneide und die Waldrandzone südlich von Zornedings zerstöre. Sie beeinträchtigte ferner große Landwirtschaftliche Flächen und die Erholungszone südlich Kirchseeon sowie zahlreiche schützenswerte Biotope und Feuchtgebiete. Zudem erscheine die Überquerung des Wasserschutzgebietes von Kirchseeon mit einer Talbrücke äußerst problematisch.
  • Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege seien sowohl die Wahllinie Süd, als auch die Wahllinie Nord uneingeschränkt abzulehnen.
  • Beeinträchtigung von ökologisch wertvollen Wahlrändern und naturnahen Laubholzbeständen sowie massiven Eingriffen in eine Reihe wertvoller Biotopstrukturen (B 28, 37, 42, 57). Erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild durch Einschnitte und Aufschüttungsmaßnahmen sowie durch die Talbrücke über das Wasserschutzgebiet südlich von Kirchseeon. Die Variante 2 gefährde zusätzlich noch Hügelgräber im Eglhartinger Holz und das Wasserschutzgebiet von Eglharting. Nicht vertretbar hoher Verlust von Klimaschutzwald, Straßenschutzwald und Wald mit besonderer Bedeutung für das Landschaftsbild und den Naturhaushalt sowie Entwertung von Erholungswald der Intensitätsstufe 2 ("Streuhölzer" westlich von Zorneding)    
  • Sowohl die Nord- als auch die Südumgehung von Zorneding, Eglharting und Kirchseeon beanspruchten daher in einem nicht mehr verantwortbarem Maße wesentliche Naturräume.
  • Äußerst problematisch sei die weitere Trassenführung durch die zur Bannwaldausweisung bestimmten Waldgebiete südlich von Eglharting und Kirchseeon. Die geplante kreuzungsfreien Anschlüsse nach Kirchseeon würden weitere erhebliche Verluste an Wald und landwirtschaftlichen Nutzflächen nach sich ziehen. Die Talbrücke über das Wasserschutzgebiet des Marktes Kirchseeon und dei Überquerung der Bahnlinie München-Rosenheim seien mit erheblichen Eingriffen in das Orts- und Landschaftsbild verbunden.Auch die Weiterführung nördlich der Bahnlinie bis zur Einführung in die Stammtrasse bei Reitgesing erscheine aus landschaftlicher Sicht problematisch und sei zudem für den Verkehr zwischen Ebersberg/Grafing und Kirchseeon wenig attraktiv, der deshalb nach wie vor die kürzere Verbindung auf der bestehenden B 304 wählen dürfte.